Ohren anlegen

Ohren anlegen mittels Operation

Manche Menschen sehen ihre Ohren als Makel, andere schenken dem kaum Aufmerksamkeit. Wen seine mehr oder weniger abstehenden Ohren stören, der kann sich diese in einer Operation anlegen lassen.






Wie entstehen abstehende Ohren?

Kein Mensch ist gleich. Und so gibt es Menschen mit kleineren und mit größeren Ohren. Einige Menschen leiden unter abstehenden Ohren, umgangssprachlich gern „Segelohren“ genannt. Aber wie entstehen die unterschiedlich stark abstehenden Ohren? Bei abstehenden Ohren ist meist eine fehlende oder schwach ausgebildete Anthelix der Grund. Die Anthelix ist der große Knorpel in der Ohrmuschel, der Wulst, der das Ohr in Form hält. Fehlt die Stabilität dieses Knorpels können die abstehenden Ohren mehr oder weniger stark ausgebildet entstehen. Es gibt auch andere Veränderungen dieses Teils des Ohres, die zu einem sogenannten "Spitzohr" oder dem "Tassenohr" führen können.





Welche operativen Möglichkeiten gibt es zum Anlegen der Ohren?

Insgesamt gibt es vier verschiedene Operationen die zum Anlegen der Ohren (Otopexie) gewählt werden können. Oft werden die Techniken auch miteinander kombiniert. Bei allen Operationstypen handelt es sich um ambulante Eingriffe.

  • 1. Die Nahttechnik nach Mustardé sieht es vor, dass die Ohrmuschelrückfläche freigelegt wird. Anschließend wird der Ohrknorpel in eine neue, dem Kopf mehr anliegende Position gebracht. Dafür wird mit einem Faden genäht, der später nicht mehr zu sehen sein soll.
  • 2. Die kombinierte Schnitt-Naht-Technik nach Converse verändert durch eine bestimmte Schnittführung den Knorpel in so einer Form, dass sich das Ohr neu formt und enger am Kopf anliegt. Auch hier wird von der Ohrmuschelrückseite operiert.
  • 3. Bei der Ritztechnik nach Stenström wird der Knorpel so eingeritzt, dass er sich in die richtige neue Form beginnt, ohne dass eine Naht erforderlich ist.
  • 4. Neuer und sehr beliebt ist die Fadenmethode nach Dr. Merck. Bei dieser Methode wird die Ohrmuschel mit versenkten, nicht-resorbierbaren Kunststofffäden fixiert. Es ist die einzige Methode bei der nicht geschnitten werden muss.




Die Operation zum Ohren anlegen lassen kann bei Erwachsenen in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Bei Kindern unter 10 Jahren wird jedoch empfohlen eine Vollnarkose durchzuführen, damit der Stress während der Operation so gering wie möglich ist. Bei einer Vollnarkose bleibt man eine Nacht unter stationärer Behandlung, kann aber anschließend nach Hause gehen, wenn keine weiteren Komplikationen auftauchen. In den nächsten Wochen muss man zumindest nachts einen Kopfverband tragen um die Ohrmuschel zu schützen. Es kann auch erforderlich sein den Verband bis zu drei Wochen lang tagsüber zu tragen. Die Fäden der Operation werden nach ca. 10-14 Tagen entfernt.


Was sagen Patienten zu dem Vorher/Nachher-Unterschied?

Die Patienten sind sich darin einig, dass ihre Ohren nach der gelungenen Operation enger am Kopf liegen. Die meist weiblichen Patienten haben nach der Operation eine verbesserte Lebensqualität, da sie offener mit anderen Menschen umgehen. Wichtig ist für viele Patientinnen, dass sie nun mehr Freiheiten haben ihre Haare zu stylen, da sie ihre Segelohren nicht mehr verstecken müssen.


Risiken einer Operation zum Ohren anlegen lassen

Die Risiken der Operation hängen von der Technik ab.Am Geringsten sind die Risiken bei der Fadenmethode, da hierbei die Ohrmuschel nicht aufgeschnitten werden muss. Es kann immer zu einer Knorpelinfektion und Wundheilungsstörungen kommen. In einzelnen Fällen kann es passieren, dass die Ohren sich nach der Operation wieder lösen und eine zweite Operation nötig wird. Unmittelbar nach der Operation muss man mit leichten Schmerzen und einer bläulichen Verfärbung der Ohrmuschel rechnen.





Worauf muss man als Patient nach der Operation achten?

Der Patient muss sich nicht besonders auf die Operation vorbereiten, sollte sich aber ein breites, weiches Stirnband besorgen, das anschließend als Schutz getragen werden kann. Man sollte außerdem das Einnehmen von Schmerzmitteln zehn Tage im Voraus vermeiden, da das zu einer schlechteren Heilung führen kann. Vor der Operation werden außerdem alle möglichen Risikofaktoren mit dem behandelnden Arzt abgesprochen.


Voraussichtliche Kosten der Operation zum Ohren anlegen

Man muss als Patient in Deutschland mit einem Preis zwischen 1.500 und 3.000 Euro rechnen. Der Preis richtet sich nach der Operationstechnik sowie der Schwere der Deformation. Das Ohren Anlegen lassen kann in jedem Alter operativ erfolgen, jedoch werden die Kosten selten von der Krankenkasse übernommen. Anders sieht es bei Kindern aus. Man sollte in jedem Fall die Übernahme der Kosten beantragen und überzeugende Begründungen vorlegen, warum das operative Ohren anlegen lassen nötig ist (z.B. psychische Störungen, mangelndes Selbstwertgefühl, Depressionen, etc.). Bringt man diese Begründungen überzeugend vor, wird die Operation für Kinder im Vorschulalter meist übernommen. Grundsätzlich ist eine Kostenübernahme für Kinder bis zu 10 Jahren nicht selten.


Welche Alternativen gibt es zur Operation um sich die Ohren anlegen zu lassen?
Eine Alternative ist es, die abstehenden Ohren mit einer passenden Frisur zu verdecken. Für Frauen mag das noch gehen, für Männer wird das schwierig. Es gibt Anbieter die eine alternative Methode zum Ohren anlegen anbieten. Diese Methode soll für Babys geeignet sein, die gerade erst geboren wurden. Dabei werden über einen längeren Zeitraum die Ohren an den Kopf mit Pflastern oder ähnlichem angeklebt. Dabei soll der Knorpel sich natürlich in die richtige Form legen. Die Effektivität dieser Methode wird jedoch bezweifelt. Zum einen ist die Langzeitwirkung nicht belegt und zum anderen kann es bei der Behandlung zu Komplikationen kommen.